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Vollsperrung der B 420 Nierstein: Das Chaos ist ausgeblieben!

Vollsperrung der B 420 Nierstein: Das Chaos ist ausgeblieben! - LKW-News aktuell und informativ 3

Die meisten Verkehrsteilnehmer, so die Polizei, verhalten sich äußerst diszipliniert.

Seit kapp zwei Wochen besteht die Vollsperrung der B 420 am Verkehrsknoten B 9 in Nierstein. Im Vorfeld dieser Maßnahme hatten sowohl Planer als auch ein Teil der Arbeitsgruppenmitglieder ein Chaos befürchtet. Schließlich handelt es sich um eine viel befahrene Strecke! Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, erstellte man ein weitreichendes Verkehrskonzept, das auch deutliche Eingriffe in den ruhenden Verkehr vorsah.

Allerdings wurden alle Beteiligten überrascht, denn es passierte – nichts! Mannigfaltige Gründe hierfür werden nun in Erwägung gezogen: In der ersten Woche, so vermeldet die Polizeiinspektion Oppenheim, könne die Ruhe auf dem Streckenabschnitt darauf zurückzuführen zu sein, dass manch einer seine Winterferien um die Fastnachtswoche verlängert habe.

Nierstein ruft zu Fahrgemeinschaften auf

In der zweiten Woche blieb es ebenfalls wesentlich ruhiger als erwartet: Die Corona-bedingte Home Office-Tätigkeit zahlreicher Arbeitnehmer könne eine Rolle spielen, eventuell seien auch einige Pendler auf die Bahn umgestiegen oder haben sich zu Fahrgemeinschaften zusammengefunden. Die Stadt Nierstein hat zu dieser Möglichkeit aufgerufen und stellt eine entsprechende Internetplattform zur Verfügung.

Man könnte annehmen, dass auf der Rheinschiene und der B 9, genau wie im Hinterland mit der Parallelachse L 425 und die K 44 (Verbindung von Oppenheim über Dexheim zur B 420), deutlich weniger Verkehr herrsche als vor Beginn der Baumaßnahme.

Dem ist jedoch laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) nicht so: Eine Zähleinrichtung im Bereich Nierstein belegt, dass eine Verschiebung in den Spitzenbelastungszeiten festgestellt wurde, sich jedoch die Gesamtzahl der Fahrzeuge „nur geringfügig verändert“ habe. Dieselbe Verkehrsmenge auf der B 9 werde wesentlich entspannter abgewickelt.

Eine Problemzone ist der Bahnübergang in der Wörrstädter Straße, jedoch wesentlich undramatischer als im Vorfeld angenommen: Vor allem nachmittags staut sich der (Berufs-) Verkehr aus Mainz kommend hinter der Rechtsabbiegespur in Richtung Bahnhof zurück. Aufgrund der Fahrbahneinengungen, die wegen des Abrisses der Mauer zwischen Bahnhof und Viadukt notwendig wurden, verlangsamt sich der Verkehr dort. Und da deswegen der Linksabbiegeverkehr aus Oppenheim kommend nicht in die Wörrstädter Straße abbiegen kann, staut sich der Verkehr teilweise bis in die Sironakurve zurück. Sobald sich jedoch die Schranken am Bahnübergang öffnen, normalisiert sich die Verkehrslage rasch wieder.

Falscheinschätzung führt zu Staus

Nach wie vor geschehe es, „dass mehrmals am Tag Autofahrer die freie Strecke hinter dem Bahnübergang falsch einschätzen und dann wegen des Staus auf dem Gleiskörper zum Stehen kommen“, berichtet die Polizeiinspektion Oppenheim. Es bleibe abzuwarten – wenn sich die pandemiebedingten Besonderheiten wieder zurückentwickeln – ob und in welchem Maße dies einen Einfluss auf die Verkehrsabwicklung des Bahnüberganges und der Einmündung Wörrstädter Straße haben werde.

Derzeit sei es noch unrealistisch, eine Prognose bezüglich des touristischen Zulaufs in den Sommermonaten und dessen Einfluss auf die Verkehrsentwicklung an dieser Stelle zu wagen, so die Polizeiinspektion Oppenheim weiter. Man werde sich „weiterhin dem Verkehrsgeschehen in um Nierstein widmen und im engen Schulterschluss mit LBM, Stadt Nierstein und der Verkehrsbehörde VG Rhein-Selz auf alle Entwicklungen reagieren und ständig nach Optimierungsmöglichkeiten suchen.“

Polizei dankt den Verkehrsteilnehmern

Alles in allem jedoch sei die Polizei „in der Summe sehr positiv überrascht, dankt der Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer für ihre disziplinierte Fahrweise und hofft, dass sich die positive Entwicklung für den Rest der Bauzeit fortsetzt“.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass bereits getroffene Maßnahmen kritisch hinterfragt werden müssen. Darüber hinaus ist es möglich, dass einzelne Anordnungen im Nachhinein an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Rückfragen bitte an:
Polizeieinspektion Oppenheim
PHK Hübner, Verkehrssicherheitsberater
Telefon: 06133 9330
E-Mail: pioppenheim@polizei.rlp.de[

Zichnung: Daniel