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Ein bisher untergegangenes Problem der Kriegssituation: bürokratische Hürden

Ein bisher untergegangenes Problem der Kriegssituation: bürokratische Hürden - LKW-News aktuell und informativ

Dass Bürokratie oftmals ein Hindernis ist, ist eine gängige Meinung. Im Fall unkrainischer LKW-Fahrer zieht sie aber ernsthafte Folgen nach sich.

Dass Deutschland ukrainische LKW-Fahrer fehlen, und das durch in Polen angestellte Ukrainer in höherem Maße als auf den ersten Blick zu vermuten, ist wohl bekannt. Doch nicht allein die physische Situation in der Ukraine verursacht einige Probleme. Komplikationen entstehen durch bürokratische Angelegenheiten wie die Verlängerung des Visums.

Laut dem Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) haben bereits vor dem Ukraine-Krieg 60 bis 80.000 LKW-Fahrer gefehlt. Nun ist die Lage noch dramatischer. Thomas Puls vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln vergleicht die kommende Situation mit den Folgen, die der Brexit auf Großbritannien hatte: Lieferengpässe, leere Supermarktregale, fehlendes Benzin.

Er erklärt, dass nur ein paar hundert ukrainische LKW-Fahrer in Deutschland beschäftigt seien, «aber in Polen sind es rund 100.000, und von denen fahren viele im Fernverkehr, also auch in Deutschland». Er gibt an, dass 17,5 Prozent polnische LKWs im letzten Jahr in Deutschland verkehrten, 7 Prozent der in Deutschland gefahrenen Mautkilometer würden von ukrainischen Fahrern zurückgelegt werden. Er schließt: «Sie haben also enormen Einfluss auf die Versorgung in Deutschland.»

Das Problem sei nun Folgendes. «Ukrainische LKW-Fahrer erhalten in der Regel keine Arbeitserlaubnis der deutschen Behörden», erklärt das BGL. Daher arbeiten viele ukrainische Fahrer über Polen. Dazu bräuchten sie allerdings ein regelmäßig zu erneuerndes Visum, wozu sie – und hier liegt der derzeitige Knackpunkt – zurück in die Ukraine müssen. Viele ukrainische Fahrer sehen wegen der Kriegsgeschehnisse davon ab; das Handelsblatt berichtet, dass eine große Menge von ihnen befürchtet, bei einer Rückkehr in die Armee eingezogen zu werden, was von Präsident Wolodymyr Selenksyj im Rahmen der Mobilmachung eingefordert wird. Wer männlich und zwischen 18 und 60 ist, darf das Land nicht verlassen.

Diese Faktoren verschärfen die ohnehin angespannte Lage rund um die Sprit- und Energiepreise, die für das Überleben oder den Untergang mittelgroßer und kleiner Logistik- und Transportunternehmen sorgen können.

Bezugsquelle: Business Insider
Foto: Fusion aus Pixabay – bodkins18 und OpenClipart-Vectors

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