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Peru: LKW-Fahrer blockieren Autobahnen wegen Benzinpreisen – schwere Folgen für Versorgung, Arbeit und Bildung

belebte peruanische Straße von oben

Die Proteste werden auch von Gewalt begleitet. Symbolbild.

Der Streik der peruanischen LKW-Fahrer wegen zu hoher Kraftstoffpreise begann am 28. März. Trotz einer Lockerung der Spritsteuer geht der Protest weiter. Peruanische Medien sprechen bisher sogar von drei bis vier Toten und über zwanzig Festnahmen.

Zum Streik aufgerufen hatte die National Guild of Freight Carriers (GNTC), was wenig später bereits zu verstopften Straßen führte, die sogar das Aussetzen von schulischem Unterricht nach sich zogen. Auslöser des Streiks sind die um rund 37 % gestiegenen Kraftstoffpreise. Auch wird von der Regierung gefordert, Kraftstoffsteuern abzuschaffen, Autobahn- und Mautkonzessionen zu überprüfen und Führerscheine neu zu validieren.

Die Regierung um Präsident Pedro Castillo reagierte bisher schleppend auf die Forderungen. Am vergangenen Sonntag hat sie die Kraftstoff- und Ölpreise einschließlich LPG und Diesel durch Aussetzen der Steuer stabilisiert. Dadurch wird der Preis pro amerikanischer Gallone (etwa 3,8 Liter) um rund 0,47 US-Dollar gesenkt. Diese Maßnahme bleibe bis Ende Juni bestehen.

Dennoch ging der Streik am darauffolgenden Montag, den 04. April, weiter. Die Demonstranten sagen aus, der Kraftstoffpreis sei am Montag immer noch hoch gewesen. Doch nicht nur LKW-Fahrer streiken. Auch Bauern sind auf den Zug aufgesprungen, wegen der Verteuerung der landwirtschaftlichen Produkte. Mittlerweile ist die Versorgung unterbrochen. In Huancayo brach daher am 01. April Chaos aus:

Es gab Anschläge, Plünderungen und Gewalt, auch gegenüber der Polizei. Mehrere Verletzte und drei bis vier Tote, darunter ein Minderjähriger, habe es laut peruanischen Medien gegeben. Nach Steinwürfen waren Unternehmen gezwungen, zu schließen, auch das Regierungsgebäude wurde angegriffen. Busunternehmen gaben keine Fahrkarten mehr raus. Am 07. April ist eine dezentralisierte Sitzung des Ministerrates im Junín geplant. Die drastische Situation fordert Klärung.

«Die Nahrung jedes Menschen ist ein Recht, das garantiert werden muss», erklärte Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte. Vor diesem Hintergrund betonte er auch sein Verständnis des Ärgers und appellierte an ein gewaltloses Lösen des Konflikts: «Wir teilen die Besorgnis über den unverhältnismäßigen Preisanstieg von Grundnahrungsmitteln, der durch den internationalen Ölpreisanstieg (Krieg in der Ukraine) verursacht wird, aber auch durch politische Instabilität … Gewalt muss abgelehnt werden, woher sie auch kommt, und der Dialog muss gefördert werden.»

Bezugsquellen: Agenzia Fides; Peru Reports; RepublicWorld.com
Foto: PEXELS – Adekunle Gideon