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Von 1000 Lausanne bis 9658 Wildhaus: Seit 60 Jahren gibt es Postleitzahlen

Von 1000 Lausanne bis 9658 Wildhaus: Seit 60 Jahren gibt es Postleitzahlen - LKW-News aktuell und informativ

Beitragsbild: 1986 wird die wöchentliche Arbeitszeit für die Post-Angestellten von 44 auf 42 Stunden gekürzt. Seit 2002 gibt es einen GAV. Foto: Post-Medienstelle

Dieses Jahr feiert die Schweizerische Post ihr 175-jähriges Bestehen. Ein wichtiger Meilenstein für die Post war unter anderem die Einführung der Postleitzahl. Auch sie feiert Geburtstag und wird dieses Jahr 60. Pensioniert ist sie aber noch lange nicht. Noch heute verarbeitet die Post die Briefe und Pakete nach diesem Zahlensystem. Und nicht nur Einwohnerinnen und Einwohner, sondern auch Firmen identifizieren sich mit ihr.

Die Besucherinnen und Besucher an der Landesausstellung 1964 in Lausanne staunten nicht schlecht, als die damalige PTT dort eine Briefsortiermaschine vorstellte. Diese Maschine, die die Schweiz nach den USA und Deutschland als drittes Land weltweit einführte, war die Lösung in einer Notsituation. Denn aufgrund der anhaltend guten Wirtschaftslage verdoppelte sich die Briefmenge zwischen 1949 und 1964 auf acht Millionen Sendungen täglich. Gleichzeitig herrschte bei der PTT ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die die Sendungen von Hand sortierten und die «Pöstlergeographie» auswendig beherrschten. So zwang sich das Nummernsystem bei der Adressierung von Briefen und Paketen auf. Nicht nur die Post als Institution feiert also dieses Jahr Jubiläum. Auch ihr wichtigstes Zahlensystem wird 60 und hat noch lange nicht ausgedient. Die Postleitzahl ist ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Post, mit der sich viele Einwohnerinnen und Einwohner identifizieren.

Was bedeuten die vier Ziffern eigentlich?
Die erste Ziffer steht für die jeweilige Region, die die Post von West nach Ost nummeriert hat. So erhielt Lausanne vor 60 Jahren mit 1000 die tiefste Postleitzahl. Die zweite Ziffer grenzt den Ort in der Region ein. So steht zum Beispiel 90xx für die Stadt St. Gallen und Umgebung bis Appenzell, 94xx für Rorschach, das Rheintal und das Fürstentum Liechtenstein und 95xx für die Region Wil. Die dritte Ziffer benötigt die Post heute nicht mehr. Sie gab früher Aufschluss über die Bahnstrecke. Die vierte Ziffer bezeichnet den jeweiligen Ort. Die höchste Postleitzahl in der Schweiz ist 9658 – und gehört zu Wildhaus im Toggenburg.

Eine Postleitzahl kann auch temporär sein

Heute existieren in der Schweiz rund 4380 Postleitzahlen. Neben Postleitzahlen von Ortschaften ordnet die Post auch Postfächern oder grösseren Firmen eine Postleitzahl zu. So verfügt auch die Post mit «3030 Bern» über ihre eigene Postleitzahl. Pro Jahr vergibt die Post ein bis zwei neue Postleitzahlen. Im Gegenzug fallen aber auch einige wieder weg, wenn zum Beispiel Quartiere zusammenwachsen. Firmenpostleitzahlen lassen sich auch temporär vergeben. So zum Beispiel für das Bundeslager der Pfadibewegung Schweiz im Sommer 2022 im Oberwallis. Tausende Päckli, Briefe und Postkarten wurden nach «3990 Ulrichen Bula» geschickt und mit diesem Absender von dort versandt.

Skurriles aus der Welt der «PLZ»
Die Ortschaft Kefikon liegt genau auf der Grenze zwischen den Kantonen Thurgau und Zürich und hat deshalb zwei Postleitzahlen: 8546 Kefikon TG und 8543 Kefikon ZH. Sogar drei Postleitzahlen hat die Ortschaft «La Cibourg», da sie sich über drei Gemeinden und zwei Kantone (Bern und Neuenburg) erstreckt, nämlich 2300, 2616 und 2333. Erwähnenswert zudem: Auch sehr abgelegene Orte haben eine eigene Postleitzahl: etwa 3801 Jungfraujoch (drei Haushalte) und 3823 Eigergletscher (ein Haushalt). Und zwei Mal gibt es eine Schnappszahl: 4444 Rümlingen und 8888 Heiligkreuz (Mels).

Quelle:
Post-Medienstelle – CH



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