Beitragsbild: Pressebox / Aircargo Club Deutschland
Fehlende Zertifizierungen
(PresseBox) (Frankfurt am Main, 27.11.2025)
Wie können in Deutschland und Europa autonome Frachtdrohnen sinnvoll eingesetzt werden und was steht dem noch im Wege? Bei der aktuellen Veranstaltung des aircargo club deutschland (acd) informierte Dr. Rolf Bauer, Co-Founder von iViation und ausgebildeter Pilot, über den aktuellen Stand und die Chancen für die Branche. iViation entwickelt autonome Frachtflugzeuge und setzt dabei auf KI-gestützte Engineering-Prozesse, die Zertifizierungen künftig deutlich beschleunigen sollen. Schätzungen zufolge liege das Marktpotenzial in Europa bei bis zu 15 Milliarden Euro.
Auch im Hinblick auf den Personalmangel sei die Technologie für die Branche vielversprechend. Laut aktuellen Prognosen fehlen bereits 2025 rund 34’000 Pilotinnen und Piloten welteit, was den Bedarf an alternativen, automatisierten Luftfrachtlösungen verstärke. International befindet sich die Technologie bereit in der Erprobung: In China und den USA werden autonome Frachtdrohnen unter klar definierten Bedingungen getestet und eingesetzt – meist in abgegrenzten Lufträumen, über weniger dicht besiedelten Regionen oder auf festen Routen bewegen Drohnen hier bis zu 700 Kilogramm über Strecken bis zu 520 Kilometern.
Dr. Bauer betonte, dass die technische Entwicklung auch in Europa weit vorangeschritten sei, die grösste Herausforderung jedoch weiterhin in der Zertifizierung liege. Während andere Märkte in kontrollierten Testumgebungen erste praktische Erfahrungen sammeln, erschweren hier komplexe Verfahren und fragmentierte Zuständigkeiten eine schnelle Umsetzung.
„Das Bauen ist nicht das Problem, die Zertifizierung ist es. Europa hat viele nationale Zuständigkeiten und einen stark fragmentierten Luftraum. Das bremst Prozesse und behindert Innovation.“
Dr. Rolf Bauer, Co-Founder iViation
Die von iViation geplante Drohne soll in Zukunft Nutzlasten von rund 500 Kilogramm über Entfernungen von bis zu 2’000 Kilometern transportieren können – ein Angebot, das für Express- und Speziallogistik interessant wäre. Doch vor der Marktreife gibt es zunächst einen Zulassungsmarathon zu absolvieren. „Das Bauen ist nicht das Problem, die Zertifizierung ist es. Europa hat viele nationale Zuständigkeiten und einen stark fragmentierten Luftraum. Das bremst Prozesse und behindert Innovation“, erklärte Bauer.
„Wir heissen zukunftsweisende Technologien ausdrücklich willkommen. Auch politisch gibt es Signale, Innovationen im Luftfahrtbereich stärker zu unterstützen.“
Prof. Dr. Christopher Stoller, ACD-Präsident
ACD-Präsident Prof. Dr. Christopher Stoller unterstrich die Bedeutung des Themas für die Luftfrachtbranche in Deutschland und Europa. Er betonte, dass neue Technologien nur dann ihr volles Potenzial entfalten können, wenn die Rahmenbedingungen deren Einführung nicht ausbremsen. „Wir heissen zukunftsweisende Technologien ausdrücklich willkommen. Auch politisch gibt es Signale, Innovationen im Luftfahrtbereich stärker zu unterstützen. Wir hoffen sehr, dass sich künftig auch deutsche Technologie im europäischen Flugzeughimmel befindet.“
Pressemitteilung: Pressebox / Aircargo Club Deutschland – Text und Bild


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