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Aufklärung direkt auf der Raststätte: Projekt «Faire Mobilität» informiert über faire Arbeitslohne und -bedingungen

Fritz Gurgiser für einen EU-weiten Mindestlohn für LKW-Fahrer - LKW-News aktuell und informativ

Bereits 8000 Gespräche zur Aufklärung wurden geführt.

LKW-Fahrer mit seinem LKW bei der Fahrt
Bereits 8000 Gespräche zur Aufklärung wurden geführt.

Der Deutsche und der Österreichische Gewerkschaftsbund (DGB und ÖGB) riefen zusammen das Projekt «Faire Mobilität» ins Leben, mit dem LKW-Fahrer in ihrer Muttersprache Lösungswege zu fairen Arbeitslöhnen und -bedingungen an die Hand bekommen. Vertreter beider Bünde informierten kürzlich an der Raststätte Inntal West bei Kiefersfelden und Kufstein über ihre Forderungen.

Auf Rastplätzen campieren oder monatelang durchfahren? Vielen der bis zu 3,8 Millionen LKW-Fahrer in der Europäischen Union ist das bekannt. Die Arbeitsbedingungen entsprechen oftmals nicht denen, die im jeweiligen Gastland gelten, sondern richten sich nach denen des Heimatlandes. Die Tatsache, dass LKW-Fahrer fehlen, verbessert daran leider nichts. Das Gegenteil ist der Fall: Ein gegenseitiges Unterbieten herrscht vor. Durch Pauschalzahlungen und Vergünstigungen werden Mindestlöhne umgangen. Dagegen wollen DGB und ÖGB etwas tun.

Zum einen fordern sie eine Verbesserung der hygienischen Zustände und Hilfe aus der Politik, um den «menschenunwürdigen» Zustand aus der Welt zu schaffen. Bernhard Stiedl, DGB-Vorsitzender Bayern, sieht dafür sowohl eine Betreuung im Genzstau als auch Investitionen in die Infrastruktur vor.

Benjamin Praxmarer, Landessekretär ÖGB Tirol, Vizepräsident Interregionaler Gewerkschaftsrat, plädiert für eine weitreichende LKW-Maut: «Wir setzen uns als ÖGB in Österreich und damit auch in Tirol dafür ein, dass es eine flächendeckende LKW-Maut gibt. Dieses Geld, das dort erwirtschaftet wird, wird in die Rahmenbedingungen investiert.» Um diese Idee umsetzen zu können, sei eine solidarische Zusammenarbeit vonnöten.

Auch ein Mindestlohn wird gefordert (➤ hier geht es zum Bericht), der regelmäßig und genau überprüft wird. Außerdem ist eine allgemeine Verbindlichkeit bei Tariflöhnen gefragt.

«Der LKW-Fahrer transportiert unsere Waren, die wir gern haben wollen.»

Das sagt die SPD-Abgeordnete Diana Stachowitz. Der Kunde müsse so ehrlich sein und dafür einen angemessenen Preis zahlen.

Seit 2017 klärt das Projekt «Faire Mobilität» über den Weg zum gerechten Arbeitslohn und zu fairen Arbeitsbedingungen auf. Die Besonderheit liegt darin, dass der Service in vielen Sprachen angeboten wird. Bereits 150 Infoaktionen fanden statt, bei denen rund 8000 Gespräche geführt wurden.

Bezugsquelle: Mein Bezirk AT
Foto: PEXELS – Alex Surd