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LKW-Streiks in Spanien sorgen für landesweite, teils ernste Versorgungsengpässe

LKW-Streiks in Spanien sorgen für landesweite, teils ernste Versorgungsengpässe - LKW-News aktuell und informativ

Von der Landwirtschaft bis in die Industrien – der Streit löst erhebliche Engpässe aus.

Seit zwei Wochen bereits streiken tausende LKW-Fahrer in Spanien. Der Grund: die hohen Dieselpreise. Engpässe im ganzen Land sind die Folge. Mallorca blickt mit Sorge auf die sonst sehr tourismusstarken Ostertage – auch das Bier geht aus. Fabriken und Bauernhöfen fehlen Materialien und Futtermittel.

Der «Anführer» der streikenden LKW-Fahrer, Manuel Hernández, bringt die Preisentwicklung um 25 Prozent nach oben wohl auf den Punkt: «Ich verliere mehr Geld, wenn ich arbeite, als wenn ich streike.» Die Regierung diskutiert mit den streikenden Verbänden bereits über einen möglichen Rabatt. Vorerst stellt sie 450 Mio. Euro als Direkthilfe zur Verfügung. Am vergangenen Montag hat sie nun mitgeteilt, bis zum 30. Juni eine Spritreduktion von 20 Cent pro Liter für alle Bürger zu gewähren.

Manuel Hernández, Anführer des Streiks:

«Wir wollen keinen Rabatt auf die Sprit-Preise. Wir wollen ein Verbot von Verträgen, mit denen die Betriebskoten nicht zu decken sind.»

Wucher wäre der spanische Spritpreis dann immer noch. Während er im Januar des letzten Jahres noch rund 1,10 Euro gekostet hat, stieg er nun nach einem Anstieg im Dezember um 30 Cent auf 1,80 Euro, mit dem Rabatt nun 1,60 Euro. Doch die Streikenden sagen deutlich: «Wir wollen keinen Rabatt auf die Sprit-Preise.» Hernández fordert stattdessen ein Verbot von Verträgen, mit denen die Betriebskoten nicht zu decken sind. Lägst bekannt ist das allgemeine Problem, dass steigende Kosten nicht in bestehenden Verträgen berücksichtigt werden können.

Wie sich die Proteste auswirken

Die streikenden LKW-Fahrer blockieren ganze Straßen und Abschnitte. Auch auf Autobahnen sind die im Lauftempo anzutreffen. Obwohl lebenswichtige Transporte vom Streik ausgenommen sind, sind die Folgen des «stillstehenden Landes» bereits spürbar: Bauernhöfe können Essensladungen wegschmeißen, da sie nicht abgeholt werden. Die verdorbene Milch wird im Abfluss entleert, weil sie irgendwo hin muss. Tiere leiden unter Hunger.

Echtes Leid – hinzu kommen finanzielle Einbußen, nicht nur für die Bauern. Fabriken erhalten Materialien zur Produktion von Gütern nicht mehr, einige Bierbauern wollen den Betrieb ganz einstellen. Laut spanischen Medien beläuft sich der Schaden auf 130 Mio. Euro pro Tag. Die Tourismusbranche fürchtet um Ausfälle.

Auf die in den Nachbarländern bekannten Ladenketten wie ALDI oder LIDL habe die Streiksituation in Spanien bisher noch keinen Einfluss genommen. Im Falle des Falles können Waren auch aus alternativen Herkunftsländern bezogen werden

Bezugsquelle: NAU
Bilder: Flagge und protestierende Menschen von Pixabay – OpenClipart-Vectors